Schlafwandeln – Was hat es damit auf sich?

Sie wollen wissen warum Menschen Schlafwandeln? Wir verraten Ihnen, welche Symptome darauf hindeuten, dass Sie Schlafwandeln und welche Ursachen es für dieses Phänomen gibt. Alles was Sie rund um das Thema Schlafwandeln wissen müssen erfahren Sie in diesem Artikel.

Was ist Schlafwandeln eigentlich?

Beim Schlafwandeln – auch als Somnambulismus oder Mondsucht bezeichnet – handelt es sich um ein Phänomen, dass dafür sorgt, dass die Betroffenen anfangen zu laufen, während sie schlafen.

Am häufigsten kommt es während der Tiefschlafphase zum Schlafwandeln.

Schlafwandler können in diesem Zustand die unterschiedlichsten Aufgaben ausführen. So wurden bereits Fälle dokumentiert, bei denen der Schlafwandelnde sich essen kochte oder mit dem Auto fuhr.

Entsprechende Handlungen gehören allerdings zu einer Seltenheit. In der Regel laufen Schlafwandler – scheinbar – orientierungslos herum. Menschen, die schlafwandeln können, sich am Morgen nach ihren nächtlichen Spaziergängen an nichts mehr erinnern.

Ist Schlafwandeln ein weit verbreitetes Phänomen?

Wie viele Menschen weltweit Schlafwandeln ist nicht bekannt. Schätzungen zufolge tritt das Phänomen des Nachtwandelns bei 1% – 15% der Weltbevölkerung aus.

Symptome

Folgende Symptome werden mit dem Schlafwandeln in Verbindung gebracht

Nächtliches Herumirren

Das wohl gängigste Symptom beim Schlafwandeln ist das Herumlaufen. Dabei wandern die Schlafenden sprichwörtlich durch Ihre Wohnung und/oder verrichten sogar alltägliche Tätigkeiten, ohne davon etwas mitzubekommen. In der Regel ist der nächtliche Spaziergang schon nach wenigen Minuten vorbei.

Im Schlaf sprechen

Einige Menschen fangen an zu sprechen während sie Schlafwandeln. Dabei kann es passieren, dass der Schlafwandler eine „Diskussion“ führt oder scheinbar sinnloses Zeug erzählt.

Fehlendes Erinnerungsvermögen

In einem Großteil der Fälle kann sich die Betroffene Person am nächsten Morgen nicht daran erinnern, was in der Nacht passiert ist. Dies liegt daran, dass Sie sich an und für sich in der Tiefschlafphase befinden.

Verwirrtheit

Das ein Schlafwandler ziemlich verwirrt ist, wenn er beim Schlafwandeln geweckt wird dürfte verständlich sein. Wenn ein Schlafwandler während seiner nächtlichen Unternehmungen geweckt wird ist er zunächst desorientiert und hat keine Ahnung was los ist.

Glasiger Blick

Schlafwandler laufen mit offenen Augen durch die Gegend. Dies kann zu dem Eindruck führen, dass die jeweilige Person bei vollem Bewusstsein ist. Bei näherer Betrachtung lässt sich jedoch ein glasiger, starrender Blick erkennen

Mögliche Ursachen fürs Schlafwandeln

Schlafentzug

Schlafwandeln wird immer wieder in Verbindung mit zu wenig Schlaf gebracht. Natürlich werden Sie aufgrund von Schlafentzug nicht automatisch damit anfangen, bei Nacht durch Ihr Haus zu wandeln. Dennoch sollten Sie versuchen ausreichend Schlaf zu bekommen. Dies gilt insbesondere dann, wenn Sie jemanden in Ihrer Verwandtschaft haben, der zum Schlafwandeln neigt.

Stress

Beruflicher oder privater Stress kann sich auf Dauer negativ auf die Schlafqualität auslösen. Ist der Schlaf auf diese Art und Weise dauerhaft gestört, steigt die Wahrscheinlichkeit des Schlafwandelns.

Alkohol

Ob Alkohol die Wahrscheinlichkeit des Schlafwandelns erhöht ist noch ungeklärt. Wissenschaftler gehen davon aus, dass der Konsum von Alkohol die Dauer des Tiefschlafs erheblich reduzieren kann. Dies könnte das Schlafwandeln begünstigen

Medikamente

Einige Medikamente stehen im Verdacht, mit Schlafwandeln im Zusammenhang zu stehen. Insbesondere bei einigen Schlaffördernden Medikamenten gehen Mediziner von einer gewissen Korrelation aus. Lesen Sie sich daher immer die Beschreibung durch und achten Sie auf etwaige Nebenwirkungen.

Genetische Prädisposition und Krankheiten

Es macht den Anschein, als gäbe es genetische Komponenten, die die Wahrscheinlichkeit das jemand im Laufe seines Lebens zum Schlafwandler wird, erhöhen. So haben 30% der Schlafwandler jemanden in Ihrer Verwandtschaft, der ebenfalls schlafwandelt. Darüber hinaus scheinen Menschen mit chronischen Schlafstörungen wie Schlafapnoe oder Insomnie zur „Risikogruppe“ zu gehören. Auch Depressionen können die Wahrscheinlichkeit des Schlafwandelns vergrößern.

Ist Schlafwandeln gefährlich?

Auch wenn den meisten Schlafwandlern zum Glück nichts passiert ist Schlafwandeln sehr gefährlich. Kein Wunder! Schließlich kann alles Mögliche passieren, wenn ein Mensch mitten in der Nacht herumläuft, ohne bei Bewusstsein zu sein. Beim Schlafwandeln sind die schlimmsten Szenarien denkbar.

Jemand könnte beispielsweise sein Haus verlassen und sich auf die Straße begeben oder anfangen zu kochen und dabei die Küche in Brand setzen.

Um sich selbst, Ihre Kinder oder Ihren Partner vor den Gefahren des Schlafwandelns zu beschützen können Sie einen Bewegungssensor installieren, der die Tür zum Schlafzimmer überwacht. Dies gibt Ihnen die Möglichkeit rechtzeitig zu reagieren, wenn jemand aus Ihrer Familie Schlafwandelt.

Tipp: Das es gefährlich ist einen Schlafwandler zu wecken ist übrigens nur ein hartnäckiges Gerücht. Zögern Sie also nicht einen Schlafwandler zu wecken bevor Sie ihn zurück ins Bett begleiten.

Behandlungsmöglichkeiten

Es gibt kein bekanntes Heilmittel, mit dem sich das Schlafwandeln verhindern lässt. Um die Wahrscheinlichkeit nächtlicher Spaziergänge dennoch zu reduzieren sollten Sie darauf achten, dass Sie ausreichend und regelmäßig schlafen. Zudem ist es wichtig, Stress zu reduzieren und Medikamente abzusetzen, die das Schlafwandeln begünstigen könnten.

Auch Hypnose soll dabei helfen, dass Schlafwandeln zu stoppen. Bei Kindern hört das Nachtwandeln oftmals auf, wenn die Pubertät einsetzt.

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